Tag 16 | 24.Juni.2019 | Montag

Zagreb begrüßt uns heute früh mit Sonne und einem angenehmem Windhauch. 

V und R‘s Haus befindet sich in bester Lage am Hang nördlich von Zagreb. Von hier hat man eine atemberaubenden Aussicht über die Stadt. Unser Gästezimmer unterm Dach war die ganze Nacht angenehm belüftet – ein starker Kontrast zum Zelten der letzten drei Tage. 

Sie haben ein gemeinsames Frühstück zu viert auf der Dachterrasse mit lokaler Wurst, Käse und deutscher Nutella. R erwähnte bereits vor Jahren, dass dasselbe Produkt für den lokalen Markt produziert nicht den originalen Geschmack hat, also aufgepasst und im deutschen Discounter hier eingekauft. 

Hier können wir unsere Wäsche das erste Mal seit Abfahrt in der Waschmaschine waschen, ein wunderbar frischer Chrysanthemen-Duft und weichgespült – was für ein Unterschied zur bisherigen Handwäsche unter der Dusche (danke Papa für den Tipp). 

In der Kroatischen Sonne trocknet alles durch, auch unsere Motorradkombi, die vom gestrigen Regenschauer nahe der Grenze von Slowenien und Kroatien noch klamm war. Frisch geduscht, alle Gerätschaften geladen, mit dem dortigen W-Lan verbunden, das GARMIN-Navi upgedated packten wir die Footprints (Plane unter dem Zelt) und das getrocknete Innen- und Außenzelt wieder ein. Die gebrochene Zeltstange will ich nachher mit Robert reparieren. 

R besorgt gerade frische Lebensmittel (das bedeutet hier in erster Linie Fleisch) auf dem lokalen Markt, heute Abend gibt es ein Barbecue – und ganz sicher mehr als ausreichend Bier! 

Rs Freund und Kollege D und seine Frau L kommen auch zu besuch. D ist sehr begeistert von der GS und kräftig auf der Suche nach dem richtigen Bike für ihn, so haben die männlichen Zweibeiner jede Menge Gesprächsstoff heute Abend. Die beiden wollen Details unserer Route wissen und sind an der Homepage sehr interessiert. Am liebsten würde D gleich ab Mittwoch mit uns fahren. Von unseren Kroatischen Freunden bekommen wir noch jede Menge Reisetipps, wohl zu viele Destinationen für unsere geplante Zeit hier. 

Für morgen hat Mae schon einige POIs in Zagreb gefunden, und da es zufällig der Unabhängigkeitstag ist wird uns mehr als üblich geboten, man kann gespannt sein. 

Bisher vermissen wir weder Heimat, Wohnung, Auto, Familie, Freunde oder die gewohnte Umgebung. Die Tage bestehen aus Ups and Downs, langweilig ist es nie, es gibt immer was zu tun. An das reisen haben wir uns nach 2 Wochen gewöhnt, nur die Einpackerei dauert noch zu lange. Es wird besser, aber immer noch puzzeln wir alles in die Drybags, Taschen und Alukoffer. 

Ab und zu vermissen wir kleine Teile unserer Ausrüstung – um sie bisher stets nach ein paar Tagen irgendwo unten in einer Tasche wieder zu finden. 

Wie anstrengend die mit reisen gefüllten Tage sind spüren wir, wenn wir uns abends erschöpft ins Zelt oder Bett begeben, wie ein Stein schlafen und vom anbrechenden Tag und der Wärme morgens -noch immer müde- geweckt werden. 

Auf bald, H1.