Tag 81 | Aufgemerkt ihr Strapazen und Kurven, wir fahren ans Meer!

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28th August, Wednesday

Es ist schon wieder spät am Morgen, 10 Uhr, als die beiden erwachen. Etwa um sechs allerdings war Mae schon auf, sie machte einen steifen Eindruck, ganz so, also ob sie Schmerzen habe. Nach einer herausfordernden, hektischen Wanderung zum Canyon gestern, hat sie heute mit latenten Qualen zu kämpfen. Das verblasst auch nicht trotz aller Naturschönheit dieser, so speziellen Umgebung. 

“Arme Mae” dachte ich unwillkürlich. “Wenn ich dir nur die Beschwerden abnehmen könnte. Ich bin auch noch etwas kaputt vom Vortag. Einige Male bin ich auf unserer Strecke vom Motorrad gefallen, das hat Spuren hinterlassen.”

Obgleich Mae ihre täglichen Schmerzen geduldig und erhobenen Hauptes erträgt, manch´ gute Tage sind gefolgt von einem wie diesem. Heute ist es kaum auszuhalten.

Beim Frühstück planen beide die Tagesroute, nächster Stopp lt. Gestriger Absprache: Meteora im Osten. Zu unserer Überraschung jedoch wählt Kay Südwest als Ziel aus, es geht an die Küste. Ich hörte mehrfach wie Mae Kay zu überzeugen versuchte, dass sie ein oder zwei Tage Pause benötige.

Was die Liebe doch bewirken kann. Sie lenkt unsere Reise in “ihre” Richtung. Los geht es zum Mittelmeer!

Während Kay unser Gepäck auflädt läuft ihm ein Ehepaar aus England über den Weg. Natürlich kommen sie ins Reden, und das dauert wiederum… So reisen wir, oh Wunder, erst in der zweiten Tageshälfte, gegen 1 Uhr ab. Aber erst nach einer herzlichen Verabschiedung von unserem überaus zuvorkommenden Gastwirt. Er war schon gestern sehr an unserer Reise interessiert, und bat uns dringend, ihm Fotos von unserer weiteren Reise zu mailen.

Die App RISER errechnet unseren nur “kurvigen” Weg zum Meer, für “superkurvig” haben wir nicht mehr genug Zeit. Vier Stunden solle der Typ dauern, Pausen nicht mitgerechnet.

Zwei Minuten nach der Abfahrt verfallen die beiden bereits schon in Diskussionen. Das Navi führte uns ins Zentrum des kleinen Bergdorfes, direkt ein steiles, Treppenstufig-artiges Sträußchen hinunter. Und ratet mal; So steil, dass Mae von Kay gebeten wird abzusteigen! Einige hundert Meter muss sie laufen bis beide sich wieder treffen. Trotz ihrer Pein nimmt sie mich netterweise mit, nicht dass ich heute erneut von unserem Gefährt falle.

Manchmal nimmt sie die Lauferei gerne in Kauf. Wenn Kay auf der Bergstraße anhält, atemberaubenden Ausblick vor uns, die kurvenreiche Strecke zu unserer Rechten und Linken, dann vergisst sie beim Fotografieren alles Negative. So auch heute. Was als kurzer Stopp geplant war dauert fast eine Stunde. Der Objektivschutz unserer Kamera fällt zu Boden, also muss wer absteigen und sich darum kümmern. Als Mae absteigt kommt Kay die Idee von Schnappschüssen und Videos während einer Vorbeifahrt in den Sinn. Augenblicklich sind Maes Schmerzen wie weggeblasen. Sie schnappt sich die Kamera, und Schwups ist sie auf der anderen Straßenseite. Kay kann gar nicht schnell genug zur Vorbeifahrt starten. Das Hobby scheint sofortige Heilung zu bringen.

Die Fahrt war lange heute. Abwechselnd durch den Wald, von einem Berg zum nächsten durch winzige Ortschaften. Vereinzelt sehen wir mehr Tiere als Menschen in den Dörfchen abseits der Hauptverkehrswege. Die ersten hundert Kilometer entlang der sonnigen Bergseite waren richtig heiß. Permanent in Bewegung war die Hitze gerade so auszuhalten. Aber die 35 Grad C schaffen uns dennoch nach Stunden.

Viel gab es für Mae währenddessen nicht zu tun. Sie hatte auch nicht im Geringsten Pläne, Videos zu drehen oder Bilder zu schießen. Ich konnte ihre Anspannung in jeder Kurve spüren, ihr Griff um meine Fesseln kräftigte sich mehr und mehr.

Ich habe viele Aufgaben während unserer Reise. Neben den Erzählungen bin ich ebenso Unterlage für Maes Hände während langweiliger Passagen, und Haltegriffe wenn es zackig um die Kurven geht.

Knapp eine Stunde vor dem Ziel knurrt beiden der Magen. Nach einer verkehrt befahrenen Einbahnstraße und einigem Hin- und Her findet sich schließlich ein Gyros-Imbiss der beiden zusagt. Kays Platz ist direkt vor der Klimaanlage, soviel steht fest! Weiter geht es, diesmal doch meist im Schatten der Berge. Wir fahren direkt zu der unserem Camp nahen Stadt. Es war keineswegs sicher, dass wir noch einen Platz bekämen, teilte uns der Rezeptionist auf der Anreise mit. Wir fahren trotzdem hin!

Als Mae das Meer erblickt jubiliert sie vor Begeisterung. Sie juchzt so laut, dass Kay fast der Helm platzt! Hastig dreht er die Lautstärke des Intercoms niedriger, sodass Mae frei aller Beschränkungen jubeln, lachen und laut vor Freude singen kann!

Wir sind da! 

Fast wie in einem Dorf in Kays Heimat fühlen wir uns, nahezu alle Camper sprechen  deutsch. Mae wählt einen wunderbaren Platz für unser Lager aus. Direkt vorne am Strand. Hier hört man permanent das entspannende Rauschen der Wellen. Und jetzt Freunde. Lasst mich den Sonnenuntergang genießen! 

That’s me enjoying the sunset!

Grüße,

H1

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